Wissenschaftliche Studien sind sich einig, dass die Erhaltung der sprachlichen Vielfalt notwendig ist, um die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Menschheit zu bewahren. Wenn Sprachen und Kulturen aussterben, geht auch der intellektuelle Austausch sowie der Nachweis menschlicher geistiger Leistungen verloren. Sprachen sind Ausdruck von Identität, die in den gemeinsamen Merkmalen einer Gruppe verwurzelt ist. Gemeinschaftliche und kulturelle Identität schafft ein Gefühl von Sicherheit sowie einen Status kollektiver Existenz. Darüber hinaus erfüllen Sprachen eine ähnliche Rolle wie heute das Internet – sie sind ein Archiv von Geschichte und Wissen. Aus soziokultureller Perspektive enthält eine Sprache die Denk- und Lebensweise.
Weltweit werden zwischen 6.000 und 7.000 Sprachen gesprochen. 97 % der Weltbevölkerung bedienen sich etwa 4 % der Sprachen, während 96 % der Sprachen lediglich von 3 % der Menschen gesprochen werden. Nur 3 % aller Sprachen sind in Europa endemisch. Laut dem Atlas der Weltsprachen (UNESCO) gibt es in der Europäischen Union 128 Sprachen, die als gefährdet gelten. Zum Vergleich: In der EU existieren 24 offiziell anerkannte Amtssprachen sowie über 60 Regional- und Minderheitensprachen, von denen fünf einen halb-offiziellen Status haben: Katalanisch, Galicisch, Baskisch, Schottisches Gälisch und Walisisch.
Die Erhaltung sprachlicher Vielfalt ist auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll. Mehrsprachige Kommunikation bringt Vorteile für Arbeitnehmer und Organisationen. Sie fördert Kreativität, durchbricht kulturelle Stereotypen, ermutigt zum unkonventionellen Denken und unterstützt die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen. Menschen, die zwei Sprachen fließend beherrschen, weisen geistige Vorteile auf, insbesondere im divergenten Denken, in der Kreativität und in der kommunikativen Sensibilität.
Nachfolgend präsentieren wir einige der bekanntesten Nischensprachen mit Angabe der Sprecherzahl: