Audiovisuelle Übersetzung

Audiovisuelle Übersetzung ist eine Art der Übersetzung, die Materialien umfasst, die sowohl Ton als auch Bild enthalten – in erster Linie Filme und Videospiele. Der Bedarf an Übersetzung entstand mit dem Aufkommen der ersten, damals noch stummen Filme.

Als erste audiovisuelle Übersetzer gelten Schauspieler, die während Kinovorführungen die Dialoge live übersetzten. Einerseits ermöglichte dies den Zuschauern, die Handlung zu verstehen, andererseits löste es jedoch nicht das Problem für fremdsprachige Zuschauer. Daher musste die Transkription von Audio- und Videoaufnahmen weiterentwickelt werden.

Die rasante Entwicklung der Kinematografie zwang die amerikanischen Filmproduzenten dazu, Lösungen zu entwickeln, die den internationalen Vertrieb von Filmen ermöglichten. Anfangs erfolgte die Übersetzung in Form von Untertiteln, doch schon bald stellte sich heraus, dass dies aufgrund der hohen Analphabetenrate nicht ausreichte. So entstand im Jahr 1929 der erste synchronisierte Film.

Merkmale der audiovisuellen Übersetzung

Die Besonderheit der audiovisuellen Übersetzung besteht darin, dass bei der Übertragung kulturelle Elemente, die in Texten und Aufnahmen enthalten sind, berücksichtigt und an die Zielkultur angepasst werden müssen. Das bedeutet, dass ein audiovisueller Übersetzer neben Sprachkenntnissen (Grammatik, Wortschatz) auch über ein tiefgehendes Wissen der Umgangssprache und des jeweiligen Jargons verfügen muss. Ein typisches Beispiel ist die audiovisuelle Übersetzung von Filmen oder Serien, bei der Übersetzer in der Lage sein müssen, ironische Bemerkungen, Witze oder sogar Vulgarismen wiederzugeben. Dies verdeutlicht die große Komplexität dieser Arbeit.

Erschwert wird die Aufgabe zusätzlich durch die strukturellen Einschränkungen des Formats: Der Inhalt muss über Mundbewegungen in einer anderen Sprache vermittelt werden – mit nur wenigen Wörtern, die in maximal zwei Zeilen Text auf dem Bildschirm erscheinen.

Derzeit werden drei Haupttechniken der audiovisuellen Übersetzung eingesetzt:

  • VoiceOver – die Dialoge der Schauspieler werden von einem Sprecher gelesen; eine in Polen und osteuropäischen Ländern beliebte Form der Fernsehbearbeitung.

  • Synchronisation (Dubbing) – die Originalstimmen werden entfernt und durch Stimmen in der Zielsprache ersetzt; typisch für Animationsfilme sowie für ausländische Filme in Ländern wie Deutschland, Italien oder Brasilien.

  • Untertitel – die Übersetzung erscheint in geschriebener Form, meist am unteren Rand des Bildschirms; diese Methode wird am häufigsten in skandinavischen Ländern, den Niederlanden und Griechenland verwendet.

Die Arbeit des audiovisuellen Übersetzers – wie läuft sie ab?

Bei der audiovisuellen Übersetzung geht es nicht um eine „starre“, wortgetreue Wiedergabe der Dialoge – eine solche Version wäre für die Zuschauer unverständlich. Der Übersetzer steht bei seiner Arbeit vor zahlreichen Herausforderungen, die er meistern muss, damit die Aussagen der Schauspieler für das Publikum klar und nachvollziehbar sind. Eine dieser Herausforderungen ist die Notwendigkeit, wichtige Informationen von nebensächlichen zu trennen, die das Verständnis der Inhalte sogar beeinträchtigen könnten.

Es ist zu bedenken, dass jede Sprache ihre eigenen Besonderheiten hat. Die Aufgabe des audiovisuellen Übersetzers besteht daher darin, bestimmte Teile der Originaltexte zu eliminieren oder zu modifizieren, damit die Zielversion klar und verständlich wird. Hierfür stehen ihm verschiedene Übersetzungstechniken zur Verfügung, die grammatikalische, morphologische und phonetische Unterschiede zwischen den Sprachen ausgleichen.